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Ein Blick auf die Tabelle vor dem Spiel gegen Essen hätte im Grunde für eine entspannte Einstellung sorgen müssen, denn immerhin traf der Vierte auf den Zwölften, doch gerade vor solch einer entspannten Grundhaltung hat Coach Hartmut Oehmen immer ganz besonderen Respekt. Wenn dann auch noch der amerikanische Import mit einer Erkältung ausfällt, ist für unseren Trainer die Tabelle nur noch Makulatur und es heißt gerade gegen so ein erfahrenes Team wie die Adler: "Kampf annehmen und hellwach sein"



Die Anfangsphase zeigte dann auch, dass die Truppe verstanden hatte, denn schnell führten die Dickhäuter mit 2:6, doch auf der anderen Seite hatte man es halt nicht mit Anfängern, sondern einer illustren Truppe ehemaliger Zweitligaspieler zu tun. Und die hatten am heutigen Abend offensichtlich jede Menge Zielwasser getrunken. Mit nahezu traumwandlerischer Sicherheit verwandelten die Routiniers ihre Würfe und nach sieben Minuten führten die Gastgeber mit 18:16.  Jetzt hieß es, frühzeitig ein Zeichen zu setzen und in diesem Fall war das die sofortige Einwechslung von Simon Bennett. Der Kapitän war im Jahre 2017 bisher noch gar nicht zum Einsatz gekommen, doch wenn es darum geht, sich gegen eine drohende Niederlage zu stemmen, so hat der langjährige Weggefährte noch immer das vollste Vertrauen des Coaches. Etwas überrascht, aber hoch motiviert betrat unsere Nummer 10 das Spielfeld, führte sich mit einigen guten Aktionen insbesondere in der Defense sofort gut ein und mit seinem ersten Dreier erzielte er das 18:23. Das erste Viertel endete mit einer knappen 21:25 Führung und es war bereits jedem Akteur klar, dass das hier heute Abend eine knappe Kiste werden würde.

Kaum hatte das zweite Viertel begonnen, hatten die Hausherren durch zwei Distanzwürfe wieder die Führung übernommen, doch nun hatte der  für den völlig indisponierten Jasper Chiwuzie ins Spiel gekommene Lennard Jördell eine ganz starke Phase. Der Center erzielte neun Elephants Punkte in Folge und wurde dabei nur durch den zweiten Bennett-Dreier unterbrochen. In der Verteidigung funktionierte das geplante Switchen der diversen Shooter aber leider nur höchst unzulänglich und so konnten die Hausherren immer wieder zu freien Würfen kommen, die sie hochprozentig verwerteten. Bis zur Pause hatten die Adler bereits acht Dreier eingestreut und so fiel die Halbzeitführung der Schlossstädter mit 46:47 auch nur hauchdünn aus.

Das Hauptthema der Kabinenansprache war dann folgerichtig auch die schwache Defenseleistung, denn 46 Punkte von einem der offensivschwächsten Teams der Liga waren schlichtweg indiskutabel.
Neu aufgestellt und frisch motiviert ging es zurück aufs  Spielfeld, doch der Gegner hatte inzwischen Blut geleckt. Da die Adler im Abstiegskampf jeden Sieg dringend gebrauchen können, wollten sie die Überraschung Realität werden lassen und das zeigte sich nach dem Wiederanpfiff nun noch deutlicher als vor dem Seitenwechsel.
Smith gewann im Grunde jedes Duell gegen Chiwuzie der an diesem Abend ohne jegliche Punkte blieb und nur durch ein Frust T aufzufallen wußte und auch die Distanzschützen trafen gegen ihre jeweiligen Bewacher beinahe nach Belieben. Nach 28 Minuten hatte sich Essen eine 65:58 Führung herausgespielt, doch der unermüdlich rackernde Boksic und Ur-Elephant Basti Becker gestalteten das Ergebnis zum Ende des dritten Viertels dann doch noch einigermaßen ausgeglichen (65:64). 

Farid Sadek trieb die Jungs noch einmal richtig an indem er ein ums andere Mal versuchte, das Spiel gegen die doch nicht mehr ganz so jungen Gegenspieler schneller zu machen und der Pointguard glänzte mit insgesamt 18 Zählern dabei auch noch als treffsicherer Scorer (8 von 8 Freiwürfe). Aber mit einem starken Sadek hatte Essen bestimmt gerechnet, nicht aber mit einem sensationell aufspielenden Simon Bennett. Im vierten Viertel traf unser Co-Trainer seinen dritten und vierten Dreier (bei nur 5 Versuchen) und hielt seine Farben damit stets weiter im Spiel. Beim Stande von 81:80 stealte er Smith unter dem eigenen Korb dann von hinten geschickt den Ball und schickte den Kollegen Becker auf die Reise, der ungehindert zum 81:82 vollenden konnte. Nach der nächsten Aktion war der so erfolgreiche Auftritt dann aber urplötzlich zu Ende. Simon landete unglücklich auf dem Fuß eines Gegners und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht und einer Bänderdehnung das Feld verlassen. Ein Schock ging durch das Grevenbroicher Team und der Gegner nutze die kurze Schwächephase um auf 85:82 davon zu ziehen.  Auszeit Grevenbroich und Essen kann Sadek nur durch ein Foul stoppen. Die beiden Freiwürfe sitzen sicher zum 85:84 und die Adler sind in Ballbesitz. Doch die Elefantenherde verteidigt nun hoch konzentriert und erkämpft sich erneut die Kugel. Nur noch Sekunden sind zu spielen und erneut stoppt ein Foul die Aktion der Elephants. Diesmal ist es Lukas Kazlauskas der an die Linie muss. Bei noch 1,2 Sekunden auf der Uhr sitzt der erste Versuch zum 85:85, doch der Zweite verfehlt sein Ziel und da auch Essen nach einer Auszeit den finalen Wurf nicht einnetzen kann, geht es in die Verlängerung.

Chiwuzie seit der 34., Smith seit der 40 Minute mit ihrem fünften Foul auf der Bank und so heißt das Center Duell nun Horstmann gegen Jördell. Lenny hatte sich nach einer zwischenzeitlichen Verletzung im dritten Viertel wieder ins Spiel zurück gekämft und präsentierte sich nun bärenstark (insgesamt 18 Punkte). Bis 90 Sekunden vor Schluß konnten die Gastgeber trotzdem das Spiel offen gestalten, doch mit dem Ausgleich zum 92:92 hatte Essen sein Pulver verschossen. Die Schlußphase gehörte eindeutig den Elephants, die hinten dicht machten und sich an der Linie keine Schwäche mehr leisteten. Nach 45 Minuten stand es 92:97 und der Sieg in einem hart umkämpften, aber jederzeit ausgesprochen fairen Spiel, ging letztendlich verdient nach Grevenbroich.   

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