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Es war schon ein irgendwie trauriges Häufchen, das sich da bei den Elephants ca eine halbe Stunde vor Spielbeginn warm machte, denn mit Simon Bennett (dicker Knöchel aufgrund der Verletzung in Essen) und Mitch Penner (aufgrund einer Virusinfektion nach 2 Wochen Bettruhe zum ersten Mal wieder in der Halle) verzichteten gleich zwei Dickhäuter auf das obligatorische Warm Up, so dass gerade mal 8 Aktive auf dem Spielfeld ihr Programm abspulten.
Als die Unparteiischen um 19.30 Uhr dann zum Anpfiff baten stellte sich die Starting Five im Grunde von alleine auf. Farid Sadek, Lukas Kazlauskas, Marko Boksic, Femi Oladipo und Lennard Jördell stellten sich also der überraschend entschlossen wirkenden Truppe aus Bielefeld entgegen, die im Grunde für eine Auswärts-Überraschung sorgen musste, um im Abstiegskampf noch weiterhin eine Chance  auf den Klassenerhalt zu haben.
Die ersten Minuten glichen dann einem gegenseitigen Nichtangriffspakt, denn bis zur vierten Minute wurde auf beiden Seiten jeder Angriff erfolgreich abgeschlossen und die Gastgeber führten nur deshalb mit 2 Punkten, weil man auch die beiden zugesprochenen And1 Bonuswürfe verwerten konnte. Das Spiel plätscherte also so vor sich hin bis Bielefelds Omar Zemoute einen Dreier völlig freistehend zum 14:14 verwandeln konnte und auch bei den beiden nächsten Körben workte die Defense der Schlossstädter ungewohnt demotiviert. Das muss wohl auch Hartmut Oehmen so gesehen haben, denn der Coach, der nicht gerade dafür bekannt ist, bereits in der ersten Halbzeit eine Auszeit zu nehmen, beantragte sofort eine Spielunterbrechung. Trotz angeregter Unterhaltung auf der Elephants Bank wurde es aber auch nach der Auszeit in Sachen Intensität nicht wirklich besser. Man konnte zwar recht schnell den Ausgleich erzielen, aber davon, dass man den Tabellenletzten sicher unter Kontrolle hatte oder gar dominierte konnte keine Rede sein. Nach 10 Minuten stand es 22:22 und wie groß die Enttäuschung beim Trainerteam war zeigte die Einwechslung des nur für den Notfall vorgesehenen Mitch Penner.



Der Amerikaner, der nach eigener Aussage zu 70% fit sei,  führte sich mit zwei schnellen Körben gut ein und das Spiel der Hausherren gewann auch ansonsten etwas an Qualität. Nach 17 Minuten hatte man sich tatsächlich einen 40:31 Vorsprung erarbeitet, doch eine zweiminütige Phase der Unachtsamkeit ließ den Gegner bis zur Pause wieder auf 42:39 herankommen.
Ein Blick auf die Game Statistik wies Femi Oladipo mit bis dahin 13 Punkten als Topscorer aus und in der Tat war der Berliner im ersten Durchgang der einzige gewesen, der in Sachen Intensität Normalform abgeliefert hatte. Die Wurfquote aus der Distanz lag zu diesem Zeitpunkt bei null Prozent.
Auf der Gegenseite hatte das Duo Zemoute (15) und Arabadzhiyski (11) schon 26 Zähler auf dem gemeinsamen Konto und daher galt es natürlich, die Wirkungskreise dieser beiden ganz besonders einzuschränken.

Ein 9:4 direkt nach dem Wiederanpfiff schraubte die Führung schnell auf ein 51:43 hoch, doch so richtig wollte der Knoten immer noch nicht platzen. Die Ungeduld auf der Trainerbank wuchs zusehens und als nun auch noch einige Schiedsrichterentscheidungen nicht wie gewünscht ausfielen platzte dem Coach endgültig der Kragen. Nachdem ein Pfiff der Refs bei zwei aufeinander folgenden Oladipo Aktionen ausblieb reklamierte er so heftig, dass er sich beinahe zwangsläufig ein technisches Foul abholte. Den fälligen Freiwurf verlegte Bielefeld, aber nun waren die EleFans plötzlich hellwach und veranstalteten einen Höllenlärm. Der weckte nun ofensichtlich auch das Team und ein plötzlich erstarkter Farid Sadek trieb sein Team jetzt in gewohnter Manier an. Nach 29 Minuten zeigte die Anzeigentafel nach einem 8:2 Run einen beruhigenden 66:51 Vorsprung an. Doch erneut leistete sich das Team nun eine unnötige Phase der Unkonzentriertheit, die die Dolphins dazu nutzten, den Rückstand bis zum Ende des dritten Viertels auf 68:58 zu verkürzen.

Die Defense der Elephants stand nun sicher und für die Dolphins gab es kein Durchkommen mehr zum Korb. Allerdings trafen die Gäste nun plötzlich drei glückliche Dreier in Folge und konnten die ersten vier Minuten des Schlußviertels daher sogar mit 8:9 für sich entscheiden. Doch in den folgenden 4 Minuten sollte den Gästen nun kein einziger Punkt mehr gelingen und bei den Hausherren lief es jetzt nahezu perfekt.
Egal wer aus welcher Position auch auf den Korb warf,  der Ball landete mit traumwandlerischer Sicherheit im gegnerischen Korb. Ein unglaublicher 22:0 Run zum 98:67 brachte innerhalb weniger Minuten das erwartete Ergebnis und als Lokalmatador Basti Becker den 100sten Punkt markierte feierten die Fans ausgelassen den nun doch so überlegenen Erfolg ihrer Mannschaft. Am Ende hieß es sogar 108:76 und die triste erste Halbzeit war war nicht nur aufgrund der sensationellen Quote von 6:7 Dreiern im Schlußviertel (50% über das gesamte Spiel gesehen) längst vergessen.

Das letzte Aufgebot hatte unterm Strich den höchsten Sieg der Saison eingefahren und als sich nun auch noch die Nachricht der Niederlagen Münsters und Schwelms in der Halle herumsprach sah man es in den Augen so manchen EleFans leuchten: Geht da tatsächlich noch was in Richtung Tabellenspitze?  

 

 

 

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